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Vitamine - lebenswichtige Verbindungen für unseren Körper

Vitamine sind lebenswichtige organische Verbindungen, die der Körper nur in sehr geringen Mengen benötigt, jedoch nicht selbst in ausreichender Menge herstellen kann. Sie müssen daher regelmäßig über die Nahrung aufgenommen werden.

Ein Überblick über die wichtigsten Vitamine

 

Vitamin A

Vitamin A ist ein fettlösliches Vitamin, das für viele wichtige Körperfunktionen notwendig ist. Es kann in zwei Formen aufgenommen werden:

  • Retinol (fertiges Vitamin A) aus tierischen Lebensmitteln
  • Beta-Carotin (Vorstufe von Vitamin A) aus pflanzlichen Lebensmitteln, dass der Körper in Vitamin A umwandeln kann.

 

Aufgaben im Körper

  • Es unterstützt das Sehen, besonders das Nachtsehen.
  • Es trägt zur Gesundheit von Haut und Schleimhäuten bei.
  • Es stärkt das Immunsystem und schützt vor Infektionen.
  • Es spielt eine Rolle beim Wachstum und bei der Zellteilung.

 

Vorkommen in Lebensmitteln

  • Tierische Quellen: Leber, Eier, Butter, Käse, Milchprodukte
  • Pflanzliche Quellen (Beta-Carotin): Karotten, Süßkartoffeln, Kürbis, Spinat, Grünkohl, Aprikosen
    Da Vitamin A fettlöslich ist, wird es besser aufgenommen, wenn man es mit etwas Fett (z. B. Öl) verzehrt.

 

Mangel und Überdosierung

Ein Vitamin-A-Mangel kann zu Sehstörungen, trockener Haut und Infektionsanfälligkeit führen.
Eine Überdosierung tritt meist nur bei zu vielen Nahrungsergänzungsmitteln oder sehr hohem Leberverzehr auf. Sie kann Kopfschmerzen, Übelkeit und auf Dauer Leberschäden verursachen.


Vitamin B5 (Pantothensäure)

Vitamin B5, auch bekannt als Pantothensäure, gehört zur Gruppe der B-Vitamine und ist ein lebensnotwendiger, wasserlöslicher Nährstoff. Vitamin B5 kommt in nahezu allen Lebensmitteln vor.

Aufgaben im Körper

Energiestoffwechsel

  • Abbau von Kohlenhydraten, Fetten und Aminosäuren,
  • Bildung von Acetyl-CoA, einem Schlüsselmolekül im Energiestoffwechsel,
  • Energiegewinnung in den Mitochondrien (Kraftwerke der Zellen).

Hormon- und Neurotransmittersynthese

Pantothensäure ist notwendig für die Bildung von:

  • Steroidhormonen (z. B. Cortisol, Testosteron, Östrogen),
  • Neurotransmittern wie Acetylcholin, die für die Nervenübertragung wichtig sind.

Aufbau und Regeneration

  • Unterstützt die Zellteilung und Wundheilung,
  • Wichtig für die Gesundheit von Haut, Haaren und Schleimhäuten,
  • Trägt zum Abbau von Medikamenten und Giftstoffen in der Leber bei.

 

Vorkommen in Lebensmitteln

 

Lebensmittel

Pantothensäure (mg pro 100 g)

Leber (Rind, Kalb)

6–8

Eigelb

5–7

Sonnenblumenkerne

7

Pilze (Champignons)

2

Vollkornprodukte

1–2

Hülsenfrüchte

1–2

Avocado

2

Brokkoli

1

 

Empfohlene Zufuhr

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt folgende tägliche Zufuhrwerte:

Altersgruppe

Empfohlene Zufuhr (mg/Tag)

Kinder (1–9 Jahre)

3–4

Jugendliche (10–18 Jahre)

5

Erwachsene

5

Schwangere & Stillende

6

 

Mangelerscheinungen

Ein echter Pantothensäuremangel ist sehr selten, da das Vitamin weit verbreitet ist.
Falls er auftritt, können folgende Symptome beobachtet werden:

  • Müdigkeit, Reizbarkeit, Konzentrationsschwäche
  • Kopfschmerzen und Schlafstörungen
  • Kribbeln oder Brennen in Händen und Füßen („Burning-Feet-Syndrom“)
  • Verdauungsstörungen
  • Trockene, schuppige Haut oder Haarausfall

 

Überdosierung

Eine Überdosierung von Pantothensäure ist praktisch ausgeschlossen. Selbst sehr hohe Dosen (bis 1000 mg täglich) gelten als unbedenklich, da überschüssiges Vitamin B5 über den Urin ausgeschieden wird.


Vitamin B6

 

Vitamin B6 ist ein wasserlösliches Vitamin, das zur B-Vitamin-Gruppe gehört. Da der Körper Vitamin B6 nicht speichern kann, muss es regelmäßig über die Nahrung aufgenommen werden.

 

Aufgaben im Körper

  • Es ist am Eiweiß-, Fett- und Kohlenhydratstoffwechsel beteiligt.
  • Es spielt eine Rolle bei der Bildung roter Blutkörperchen.
  • Es unterstützt das Nervensystem und die Funktion des Immunsystems.
  • Es hilft bei der Herstellung von Botenstoffen im Gehirn.

 

Vorkommen in Lebensmitteln

  • Vollkornprodukten
  • Kartoffeln
  • Bananen
  • Fisch 
  • Geflügel und Fleisch
  • Nüssen und Hülsenfrüchten

 

Mangel und Überdosierung

Ein Mangel an Vitamin B6 kann zu Müdigkeit, Nervosität, Hautproblemen und Blutarmut führen.
Eine Überdosierung durch Nahrungsergänzungsmittel kann Nervenschäden verursachen, ist aber bei normaler Ernährung selten.

 


Vitamin B7 (Biotin)

Vitamin B7, auch bekannt als Biotin oder Vitamin H, gehört zur Gruppe der wasserlöslichen B-Vitamine. Es spielt eine zentrale Rolle im Energiestoffwechsel und ist essenziell für gesunde Haut, Haare, Nägel und das Nervensystem. Da der Körper Biotin nur in geringen Mengen speichern kann, muss es regelmäßig über die Nahrung zugeführt werden.

 

Aufgaben im Körper

Energiestoffwechsel

Es unterstützt Enzyme, die Fette, Kohlenhydrate und Proteine abbauen und in Energie umwandeln.

Haut, Haare und Nägel

Biotin trägt zur Erhaltung gesunder Haut, kräftiger Nägel und glänzender Haare bei. Es fördert die Bildung von Keratinen, den Strukturproteinen dieser Gewebe.

Nervensystem

Biotin unterstützt die normale Funktion des Nervensystems, da es an der Synthese von Neurotransmittern und an der Energieversorgung der Nervenzellen beteiligt ist.

 

Vorkommen in Lebensmitteln

Lebensmittel

Biotingehalt (µg pro 100 g)

Leber (Rind, Kalb)

100–200

Eigelb

25–50

Haferflocken

20

Sojabohnen

19

Walnüsse

15

Erdnüsse

34

Lachs

5

Vollkornprodukte

5–10

 

Empfohlene Zufuhr

Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) beträgt der tägliche Richtwert für Erwachsene 40 µg Biotin.
Da Biotin in vielen Lebensmitteln vorkommt, ist ein Mangel bei ausgewogener Ernährung selten.

 

Mangelerscheinungen

Ein Biotinmangel kann auftreten durch:

  • einseitige Ernährung,
  • längere Antibiotikatherapie (Zerstörung der Darmflora),
  • hohen Alkoholkonsum,
  • genetische Stoffwechselstörungen,
  • übermäßigen Verzehr von rohem Eiklar.

Symptome eines Mangels:

  • Haarausfall, brüchige Nägel
  • Trockene, schuppige Haut
  • Müdigkeit, Muskelschmerzen
  • Depressionen oder Reizbarkeit

 

Überdosierung

Biotin ist nicht toxisch. Selbst hohe Mengen, wie sie in Nahrungsergänzungsmitteln enthalten sind, führen in der Regel zu keinen schädlichen Wirkungen. Da es wasserlöslich ist, wird ein Überschuss über den Urin ausgeschieden.

 


Vitamin B9 (Folsäure)

 

Folsäure, auch bekannt als Vitamin B9, gehört zur Gruppe der B-Vitamine und ist ein wasserlösliches Vitamin. In der Natur kommt sie in Form von Folat in vielen Lebensmitteln vor, während Folsäure die synthetisch hergestellte, stabile Variante ist, die in Nahrungsergänzungsmitteln oder angereicherten Lebensmitteln verwendet wird.

Aufgaben im Körper

  • Zellteilung und Zellneubildung: Folsäure ist notwendig für die Bildung von DNA und RNA, also der Erbsubstanz jeder Zelle.
  • Blutbildung: Sie unterstützt die Reifung der roten Blutkörperchen und beugt so bestimmten Formen der Blutarmut vor.
  • Wachstum und Entwicklung: Besonders in Schwangerschaft und Kindheit ist Folsäure wichtig für das Wachstum und die Entwicklung des Nervensystems.
  • Homocystein-Stoffwechsel: Folsäure hilft, den Homocysteinspiegel im Blut zu regulieren, ein erhöhter Wert gilt als Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

 

Vorkommen in Lebensmitteln

  • grünem Blattgemüse (z. B. Spinat, Brokkoli, Kopfsalat),
  • Hülsenfrüchten (z. B. Linsen, Bohnen),
  • Vollkornprodukten,
  • Zitrusfrüchten,
  • Leber und Eigelb.

Da Folsäure hitze- und lichtempfindlich ist, geht beim Kochen oder langen Lagern ein Teil des Vitamins verloren. Eine schonende Zubereitung ist daher empfehlenswert.

 

Tagesbedarf

  • Erwachsene: ca. 300 µg Folatäquivalente pro Tag
  • Schwangere: ca. 550 µg pro Tag
  • Stillende: ca. 450 µg pro Tag

 

Folsäuremangel

Ein Mangel an Folsäure kann entstehen durch:

  • unausgewogene Ernährung,
  • erhöhten Bedarf (z. B. in der Schwangerschaft oder bei Wachstum),
  • übermäßigen Alkoholkonsum,
  • bestimmte Medikamente (z. B. gegen Epilepsie).

Symptome eines Mangels:

  • Müdigkeit und Erschöpfung,
  • Konzentrationsschwäche,
  • Blässe,
  • Kurzatmigkeit,
  • Blutarmut.

 


 

Vitamin B12

 

Vitamin B12, auch Cobalamin genannt, ist ein wasserlösliches Vitamin, das der Körper nicht selbst herstellen kann. Es wird fast ausschließlich in tierischen Lebensmitteln gefunden und ist daher besonders für Vegetarier und Veganer wichtig.

 

Aufgaben im Körper

  • Es ist notwendig für die Bildung roter Blutkörperchen.
  • Es unterstützt die Funktion des Nervensystems.
  • Es ist beteiligt am Energie- und Zellstoffwechsel.
  • Es hilft bei der Verarbeitung von Folsäure im Körper.

 

Vorkommen in Lebensmitteln

  • Fleisch (besonders Leber)
  • Fisch und Meeresfrüchte
  • Eier
  • Milch und Milchprodukte

 

Mangel und Überdosierung

Ein Vitamin-B12-Mangel kann zu Blutarmut, Müdigkeit, Konzentrationsproblemen und Nervenschäden führen.
Menschen, die sich vegan ernähren, sollten regelmäßig Vitamin-B12-Präparate einnehmen.
Eine Überdosierung ist selten und meist unbedenklich, da überschüssiges Vitamin B12 ausgeschieden wird.


Vitamin C (Ascorbinsäure)

 

Vitamin C, auch bekannt als Ascorbinsäure, ist eines der bekanntesten Vitamine überhaupt. Es gehört zu den wasserlöslichen Vitaminen und erfüllt im menschlichen Körper zahlreiche lebenswichtige Aufgaben. Da der Mensch Vitamin C nicht selbst herstellen kann, muss es regelmäßig über die Nahrung aufgenommen werden.

 

Aufgaben im Körper

Stärkung des Immunsystems

Vitamin C unterstützt die Bildung und Aktivität von weißen Blutkörperchen und fördert somit die Abwehr von Krankheitserregern. Es trägt zur Verkürzung der Dauer von Erkältungssymptomen bei, auch wenn es Erkältungen nicht vollständig verhindert.

Antioxidativer Schutz

Als Antioxidans neutralisiert Vitamin C sogenannte freie Radikale, die Zellschäden verursachen können. Dadurch schützt es Zellen und Gewebe vor oxidativem Stress und beugt Alterungsprozessen sowie bestimmten Krankheiten vor.

Bildung von Bindegewebe

Vitamin C ist notwendig für die Kollagensynthese, ein Strukturprotein, das Haut, Knochen, Knorpel, Zähne und Blutgefäße stabil und elastisch macht.

Aufnahme von Eisen

Vitamin C verbessert die Eisenaufnahme aus pflanzlichen Lebensmitteln, indem es dreiwertiges Eisen (Fe³⁺) in die besser aufnehmbare zweiwertige Form (Fe²⁺) umwandelt.

Hormon- und Nervensystem

Es ist beteiligt an der Bildung von Neurotransmittern (z. B. Noradrenalin) und Hormonen der Nebennierenrinde (z. B. Cortisol).

 

Vorkommen in Lebensmitteln

Lebensmittel

Vitamin C (mg pro 100 g)

Hagebutte

1250

Sanddornbeere

450

Schwarze Johannisbeere

180

Paprika (rot)

140

Brokkoli

115

Kiwi

90

Orange

50

Erdbeeren

60

Spinat

50

Kartoffeln

20

 

Empfohlene Zufuhr

Personengruppe

Empfohlene Zufuhr (mg/Tag)

Kinder (1–9 Jahre)

20–60

Jugendliche (10–18 Jahre)

85–105

Erwachsene

Männer: 110 mg / Frauen: 95 mg

Schwangere

105 mg

Stillende

125 mg

 

Mangelerscheinungen

Ein ausgeprägter Vitamin-C-Mangel führt zur Krankheit Skorbut, die früher vor allem bei Seeleuten auftrat.
Typische Symptome sind:

  • Zahnfleischbluten, lockere Zähne
  • Müdigkeit, Schwäche, Muskelschmerzen
  • Blutungen unter der Haut (Petechien)
  • Schlechte Wundheilung
  • Infektanfälligkeit

 

Überdosierung

Da Vitamin C wasserlöslich ist, wird ein Überschuss mit dem Urin ausgeschieden.
Hohe Dosen (über 1000 mg/Tag) können jedoch zu Magen-Darm-Beschwerden, Durchfall oder in seltenen Fällen zu Nierensteinen führen.


Vitamin E

 

Vitamin E gehört zu den fettlöslichen Vitaminen und ist vor allem für seine antioxidative Wirkung bekannt.
Da der Körper Vitamin E nicht selbst herstellen kann, muss es regelmäßig über die Nahrung aufgenommen werden.

 

Aufgaben im Körper

Antioxidativer Zellschutz

Vitamin E ist eines der wichtigsten Antioxidantien im menschlichen Körper.
Es schützt ungesättigte Fettsäuren in Zellmembranen vor oxidativem Stress, also vor Angriffen durch freie Radikale, die bei Stoffwechselprozessen oder durch äußere Einflüsse wie UV-Strahlung, Umweltgifte oder Rauchen entstehen.
So trägt Vitamin E zur Verlangsamung von Alterungsprozessen und zur Vorbeugung chronischer Erkrankungen bei.

Immunsystem

Vitamin E stärkt die Abwehrkräfte des Körpers, indem es die Funktion der Immunzellen unterstützt und Entzündungsprozesse reguliert.

Herz-Kreislauf-System

Es trägt zum Schutz der Blutgefäße bei, hemmt die Oxidation von LDL-Cholesterin (dem „schlechten“ Cholesterin) und kann somit das Risiko für Arteriosklerose (Gefäßverkalkung) senken.

 

Vorkommen in Lebensmitteln

Lebensmittel

Vitamin E (mg pro 100 g)

Weizenkeimöl

150–170

Sonnenblumenöl

40–60

Haselnüsse

25

Mandeln

24

Rapsöl

18

Avocado

10

Spinat

3

Ei

2

Butter

2

 

Empfohlene Zufuhr

Personengruppe

Empfohlene Zufuhr (mg α-Tocopherol/Tag)

Kinder (1–9 Jahre)

6–10

Jugendliche (10–18 Jahre)

11–15

Erwachsene Männer

14

Erwachsene Frauen

12

Schwangere

13

Stillende

17

 

Mangelerscheinungen

Ein Vitamin-E-Mangel ist bei gesunden Menschen selten, da das Vitamin in vielen Lebensmitteln vorkommt.
Mangelerscheinungen können jedoch auftreten bei:

  • Fettresorptionsstörungen (z. B. durch Leber-, Gallen- oder Darmerkrankungen),
  • starker Unterernährung

Typische Symptome eines Mangels:

  • Muskelschwäche, Muskelschäden
  • Koordinationsstörungen
  • Blutarmut
  • Schwächung des Immunsystems
  • Hautveränderungen

 

Überdosierung

Vitamin E gilt als relativ ungiftig, da überschüssige Mengen in der Regel ausgeschieden werden.
Sehr hohe Dosen (über 800 mg pro Tag über längere Zeit) können jedoch:

  • die Blutgerinnung hemmen,
  • zu Magen-Darm-Beschwerden führen,
  • in Kombination mit bestimmten Medikamenten (z. B. Blutverdünnern) gefährlich sein.

 


Vitamin K

 

Vitamin K gehört zu den fettlöslichen Vitaminen und spielt eine entscheidende Rolle bei der Blutgerinnung und im Knochenstoffwechsel. Da der Körper Vitamin K nur begrenzt speichern kann, ist eine regelmäßige Zufuhr über die Nahrung notwendig.

 

Aufgaben im Körper

Blutgerinnung

Vitamin K ist unentbehrlich für die Bildung bestimmter Gerinnungsfaktoren in der Leber.
Ohne Vitamin K kann das Blut nicht richtig gerinnen, was zu inneren Blutungen oder verlängerten Blutungszeiten führen kann.

Knochenstoffwechsel

Vitamin K aktiviert das Eiweiß Osteocalcin, das Kalzium in die Knochenmatrix einbaut.
Es trägt somit zur Knochendichte und Stabilität bei und wirkt einer Osteoporose entgegen.

 

Vorkommen in Lebensmitteln

Lebensmittel

Vitamin K (µg pro 100 g)

Grünkohl

800

Spinat

400

Brokkoli

250

Rosenkohl

250

Kopfsalat

150

Olivenöl

50

Avocado

20

Leber

90

Käse (hartgereift)

60

Sauerkraut

25

 

Empfohlene Zufuhr

 

Personengruppe

Empfohlene Zufuhr (µg/Tag)

Kinder (1–9 Jahre)

15–30

Jugendliche (10–18 Jahre)

40–50

Erwachsene Männer

70

Erwachsene Frauen

60

Schwangere

60

Stillende

60

 

Mangelerscheinungen

Ein Vitamin-K-Mangel ist bei gesunden Erwachsenen selten, da sowohl Nahrung als auch Darmbakterien zur Versorgung beitragen.
Er kann jedoch auftreten bei:

  • Lebererkrankungen (gestörte Bildung der Gerinnungsfaktoren),
  • Fettaufnahme-Störungen (z. B. durch Darmerkrankungen oder Gallestörungen),
  • Langzeittherapie mit Antibiotika (Zerstörung der Darmflora),
  • Neugeborenen, da ihre Darmflora noch nicht entwickelt ist.

Symptome eines Mangels:

  • Blutungsneigung (z. B. Zahnfleisch-, Nasen- oder innere Blutungen)
  • Verzögerte Wundheilung
  • Blaue Flecken schon bei kleinen Stößen

 

Überdosierung

Eine Überdosierung durch natürliche Lebensmittel ist nicht bekannt.

 


Vitaminmangel

Ein Vitaminmangel entsteht, wenn dem Körper über längere Zeit zu wenig eines oder mehrerer Vitamine zur Verfügung steht.

Ursachen von Vitaminmangel

Fehlernährung

  • Einseitige Ernährung (z. B. Fast Food, zu wenig Obst und Gemüse)
  • Diäten oder Essstörungen
  • Alkoholmissbrauch
  • Vegane oder vegetarische Ernährung ohne gezielten Ausgleich bestimmter Vitamine (z. B. B12)

Erhöhter Bedarf

  • Wachstum, Schwangerschaft, Stillzeit
  • Krankheiten oder Stress
  • Leistungssport

Aufnahmestörungen

  • Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts (z. B. Zöliakie, Morbus Crohn)
  • Mangel an Verdauungssäften oder Gallensäuren (bei fettlöslichen Vitaminen A, D, E, K)

Medikamentöse Ursachen

  • Langzeitbehandlung mit Antibiotika, Abführmitteln oder Antibabypille
  • Rauchen und bestimmte Medikamente beschleunigen den Vitaminabbau

 

Arten des Vitaminmangels

Akuter Mangel 

Kompletter Ausfall der Vitaminzufuhr – selten, führt aber zu schweren Krankheitsbildern (z. B. Skorbut bei Vitamin-C-Mangel).

Leichter Mangel 

Teilweiser Mangel, der sich zunächst durch unspezifische Symptome wie Müdigkeit oder Konzentrationsprobleme zeigt. Dieser Zustand ist häufiger und oft unbemerkt.

 

Wichtige Vitamine und ihre typischen Mangelerscheinungen

Vitamin

Funktion

Mangelerscheinungen

Vitamin A

Sehvorgang, Wachstum, Hautschutz

Nachtblindheit, trockene Haut, Infektanfälligkeit

Vitamin B1 (Thiamin)

Energiestoffwechsel, Nervensystem

Müdigkeit, Reizbarkeit, Muskelschwäche, Beriberi

Vitamin B2 (Riboflavin)

Energiestoffwechsel, Haut

Rissige Mundwinkel, Hautentzündungen

Vitamin B6 (Pyridoxin)

Eiweißstoffwechsel, Nervenfunktion

Hautausschläge, Reizbarkeit, Anämie

Vitamin B12 (Cobalamin)

Blutbildung, Nervensystem

Blutarmut, Nervenschäden, Müdigkeit

Folsäure (Vitamin B9)

Zellteilung, Blutbildung

Anämie, Wachstumsstörungen, Fehlbildungen beim Fötus

Vitamin C

Immunsystem, Kollagenbildung

Zahnfleischbluten, Müdigkeit, Skorbut

Vitamin D

Knochenaufbau, Kalziumhaushalt

Knochenschwund, Muskelschwäche, Rachitis

Vitamin E

Zellschutz (Antioxidans)

Muskelschwäche, Nervenschäden (selten)

Vitamin K

Blutgerinnung, Knochenstoffwechsel

Blutungsneigung, schlechte Wundheilung

 

Symptome eines allgemeinen Vitaminmangels

  • Müdigkeit, Abgeschlagenheit
  • Konzentrationsschwäche
  • Blasse Haut, Haarausfall, brüchige Nägel
  • Gereiztheit, depressive Verstimmung
  • Infektanfälligkeit
  • Verzögerte Wundheilung

 

Folgen und Risiken

  • Wachstumsstörungen bei Kindern
  • Schwächung des Immunsystems
  • Knochenprobleme (z. B. Osteoporose, Rachitis)
  • Anämie (Blutarmut)
  • Nervenschäden oder geistige Beeinträchtigungen
  • Erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf- und Stoffwechselerkrankungen

 

Vorbeugung und Behandlung

Gesunde Ernährung

  • Täglicher Verzehr von frischem Obst, Gemüse, Vollkornprodukten und Milchprodukten
  • Verwendung von pflanzlichen Ölen (für fettlösliche Vitamine)
  • Ausreichende Flüssigkeitszufuhr

Nahrungsergänzungsmittel

Bei erhöhtem Bedarf oder medizinisch festgestelltem Mangel kann eine Supplementierung sinnvoll sein (z. B. Vitamin D im Winter oder Vitamin B12 bei veganer Ernährung).

Lebensstilfaktoren

  • Verzicht auf Rauchen und übermäßigen Alkoholkonsum
  • Regelmäßige Bewegung und Sonnenlicht (für Vitamin D)

 


Neben Vitaminen sind Mineralstoffe essentielle Nährstoffe für unseren Körper: Hier geht's zum Blogbeitrag Mineralstoffe - essentielle Mikronährstoffen unseres Körpers