Zuckerfallen im Alltag – Einsparung, Bezeichnungen und Ersatzstoffe
In die Zuckerfalle getappt? Wo verstecken sich Zucker in deinem Alltag, wie kannst du sie aufspüren mit welchen Ersatzstoffen kannst du Zucker umgehen?
Zucker im Alltag
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt, dass freie Zucker (Zucker, der Speisen und Getränken zugesetzt wird) nicht mehr als 10 % der täglichen Energiezufuhr ausmachen sollten.
Das entspricht bei einem Erwachsenen etwa 50 g Zucker pro Tag, das sind rund 12 Teelöffel.
Viele Menschen nehmen jedoch deutlich mehr zu sich, oft unbewusst durch versteckten Zucker in verarbeiteten Lebensmitteln.
Zuckerfallen im Alltag
Zucker steckt nicht nur in Süßigkeiten, sondern auch in vielen Produkten, in denen man ihn nicht erwartet:
- Fruchtjoghurts, Müslis
- Softdrinks, Eistee
- Ketchup, Fertigsaucen, Salatdressings
- Brot, Wurstwaren, Tiefkühlgerichte
Diese Lebensmittel enthalten oft versteckte Zuckerarten, die auf den ersten Blick nicht erkennbar sind.
Andere Bezeichnungen für Zucker auf Lebensmitteln
Lebensmittelhersteller verwenden viele verschiedene Namen, um Zucker auf Zutatenlisten zu kennzeichnen. Diese enden oft auf -ose oder beinhalten das Wort Sirup.
Häufige Zuckerbezeichnungen:
|
Kategorie |
Beispiele |
|
Einfache Zucker (Monosaccharide) |
Glukose (Traubenzucker), Fruktose (Fruchtzucker), Galaktose |
|
Doppelte Zucker (Disaccharide) |
Saccharose (Haushaltszucker), Laktose (Milchzucker), Maltose (Malzzucker) |
|
Sirupe |
Glukosesirup, Maissirup, Invertzuckersirup, Reissirup, Zuckerrübensirup |
Möglichkeiten, Zucker im Alltag einzusparen
Bewusst einkaufen
- Zutatenliste lesen und auf verschiedene Zuckerbezeichnungen achten.
- Produkte wählen, die „ungesüßt“ oder „ohne Zuckerzusatz“ sind.
- Naturjoghurt statt Fruchtjoghurt - lieber selbst mit frischem Obst süßen.
Getränke umstellen
- Softdrinks, Eistees und Fruchtsäfte meiden.
- stattdessen lieber Wasser, ungesüßten Tee oder Sprudel mit Zitronenscheibe trinken.
Selbst kochen
- Fertigprodukte vermeiden, da sie meist versteckten Zucker enthalten.
- Beim Backen Zucker reduzieren - oft genügt die Hälfte der angegebenen Menge.
- Mit Gewürzen wie Zimt, Vanille oder Kakao natürlich süßen.
Geschmackssinn anpassen
- Zuckerreduktion schrittweise durchführen.
- Nach wenigen Wochen empfindet man Speisen auch mit weniger Zucker als ausreichend süß.
Zuckerersatzstoffe
Um den Zuckerkonsum zu senken, greifen viele Menschen zu Zuckerersatzstoffen. Diese lassen sich in zwei Gruppen einteilen:
Zuckeraustauschstoffe
- Enthalten weniger Kalorien als Zucker, erhöhen den Blutzucker nur gering.
- In größeren Mengen können sie jedoch abführend wirken.
|
Stoffname |
E-Nummer |
Süßkraft (im Vergleich zu Zucker) |
Bemerkung |
|
Sorbit |
E 420 |
ca. 0,6× |
natürlich in Früchten, feuchtigkeitsspendend |
|
Mannit |
E 421 |
ca. 0,7× |
in Pilzen, Algen, selten verwendet |
|
Isomalt |
E 953 |
ca. 0,5× |
stabil, gut für Zahnpflegeprodukte |
|
Maltit |
E 965 |
ca. 0,9× |
hitzestabil, für Diabetiker geeignet |
|
Laktit |
E 966 |
ca. 0,4× |
aus Milchzucker gewonnen |
|
Xylit (Birkenzucker) |
E 967 |
1× |
zahnfreundlich, beliebt in Kaugummis |
|
Erythrit |
E 968 |
0,7× |
kaum Kalorien, sehr gut verträglich |
Süßstoffe
Kalorienfrei oder sehr kalorienarm
- Deutlich höhere Süßkraft als Zucker
- Wird nur in sehr geringen Mengen eingesetzt
|
Süßstoff |
E-Nummer |
Süßkraft (im Vergleich zu Zucker) |
Bemerkung |
|
Saccharin |
E 954 |
300–500× |
ältester Süßstoff, bitterer Nachgeschmack möglich |
|
Cyclamat |
E 952 |
30–50× |
häufig in Kombination mit Saccharin |
|
Aspartam |
E 951 |
200× |
nicht hitzestabil, enthält Phenylalanin |
|
Acesulfam-K |
E 950 |
200× |
hitzestabil, oft mit Aspartam kombiniert |
|
Sucralose |
E 955 |
600× |
sehr hitzestabil, aus Zucker hergestellt |
|
Steviolglykoside (Stevia) |
E 960 |
200–300× |
aus Steviapflanze, natürlich |
Fazit:
Zucker wird in vielen Lebensmitteln verarbeitet. Wenn du aufmerksam und bewusst einkaufst, kannst du diese Zuckerfallen jedoch umgehen und zu sinnvollen Alternativen greifen.