Zum Hauptinhalt springen

Essstörungen - wer hat das nicht?

Der Blick in den Spiegel ist selten neutral: zu dick, zu wenig Muskeln, nicht gut genug. Warum Essstörungen kein Randthema sind, sondern uns alle betreffen, liest du hier.

Erfahrt von Anna die wichtigsten Fakten zum Thema und Lisa erzählt euch ihren persönlichen Weg zu einem gesunden Essverhalten. 

Anna hat recherchiert und teilt gerne die Fakten mit euch:

Was sind Essstörungen? 

Essstörungen sind ernsthafte psychische Erkrankungen, die sich durch ein gestörtes Essverhalten und ein problematisches Verhältnis zum eigenen Körper äußern. Ihr erfahrt von Anna die wichtigsten Fakten und Lisa erzählt euch ihren persönlichen Weg zu einem gesunden Essverhalten.

Die bekanntesten Formen sind:

  • Anorexia nervosa (Magersucht): Betroffene nehmen extrem wenig Nahrung zu sich und haben eine stark verzerrte Körperwahrnehmung.

 

  • Bulimia nervosa (Ess-Brech-Sucht): Wiederkehrende Essanfälle werden durch Erbrechen, Fasten oder übermäßigen Sport „kompensiert“. 

 

  • Binge-Eating-Störung: Unkontrollierte Essanfälle ohne kompensatorisches Verhalten, oft begleitet von Scham und Schuldgefühlen. 

Gesellschaftliche Einflüsse

  • Auf Plattformen wie Instagram, TikTok oder YouTube werden Körper und Ernährung ständig bewertet und verglichen. 
  • Werbung, Fitness-Apps und Diättrends vermitteln subtil die Botschaft, dass der Wert eines Menschen von seinem Körper abhängt. 
  • Gleichzeitig wird Essen oft moralisch aufgeladen, „sauberes Essen“ gilt als tugendhaft, „ungesundes“ als schwach. 

Diese ständige Konfrontation beeinflusst das Denken und Verhalten fast aller Menschen, selbst jener, die keine klinische Essstörung entwickeln.

Warum eigentlich jeder betroffen ist

Man muss keine diagnostizierte Essstörung haben, um ein gestörtes Verhältnis zum Essen oder zum eigenen Körper zu entwickeln.

Viele Menschen erleben:

  • Schuldgefühle nach dem Essen bestimmter Lebensmittel
  • Kontrolle oder Zwang in Bezug auf Kalorien, Sport oder Gewicht
  • Selbstwertprobleme, die eng mit dem Körperbild verbunden sind
  • Gesellschaftlichen Druck, „gesund“, „fit“ oder „attraktiv“ zu sein

Diese Denkmuster sind so weit verbreitet, dass sie fast als „normal“ gelten. Doch sie zeigen, wie tief Essstörungen in unserer Kultur verwurzelt sind.

In diesem Sinne ist „jeder betroffen“, weil jeder in einem Umfeld lebt, das Essverhalten und Körperbewusstsein beeinflusst. Die Grenze zwischen „gesundem Interesse an Ernährung“ und „zwanghaftem Verhalten“ ist oft fließend.

Psychologische Hintergründe

Essstörungen entstehen selten allein aus gesellschaftlichem Druck. Häufig spielen persönliche Faktoren mit hinein:

  • Perfektionismus und Selbstkritik
  • Geringes Selbstwertgefühl
  • Kontrollbedürfnis oder das Gefühl, in anderen Lebensbereichen keine Kontrolle zu haben
  • Familiäre oder emotionale Konflikte

Essen wird so zu einem Mittel, um Gefühle zu regulieren – sei es durch Kontrolle (Verzicht) oder durch Trost (Überessen).

Wege aus der Essstörung

Der erste Schritt ist das Bewusstsein, zu erkennen, dass das eigene Essverhalten oder Körperbild problematisch ist.

Hilfreich sind:

  • Psychotherapie, besonders Verhaltenstherapie oder tiefenpsychologische Ansätze
  • Ernährungsberatung durch Fachkräfte, die psychologisch sensibilisiert sind
  • Selbsthilfegruppen und soziale Unterstützung
  • Mediale Aufklärung, um unrealistische Körperbilder zu hinterfragen

Wichtig ist, dass Heilung nicht nur körperlich, sondern auch emotional und sozial geschieht.

 

Anna

 

Auch Lisa hat auf ihrem Weg zur Ernährungsberaterin einen gesunden Bezug zum Essen erst finden müssen. Lisas persönliche Erfahrung zum Thema Essstörungen teilt sie gerne in diesem Beitrag mit euch: 

 

Auch ich zähle mich mit zu den Personen, die ein gestörtes Verhältnis zum Essen und zum eigenen Körper hatten, denn als Jugendliche konnte ich essen, was ich wollte und nahm nie wirklich zu. Im Gegenteil, ich wurde eher noch damit aufgezogen, „zu dünn“ zu sein.

Unüberlegt hatte ich früh das Rauchen angefangen, aber irgendwann durch meinen Beruf und auch durch das zunehmende Alter machte man sich immer mehr Gedanken darüber, aufzuhören. Dann traf ich den Entschluss - „Jetzt höre ich auf“!

Ich bin sehr ehrgeizig, also zog ich es durch. Ein halbes Jahr später stand ich in meiner Arbeit und ein Kunde meinte zu mir: „Du bist aber auch gut auseinander gegangen!“ Bäähhhmmm……das traf mitten ins Herz. Ich nehme mir alles sehr zu Herzen, daher handelte ich noch am gleichen Abend nach Feierabend: Ich ging zum nächsten Zigarettenautomaten und kaufte mir eine Schachtel Zigaretten. Also fing ich wieder damit an … Das war mein Startschuss für das Thema Ernährung.

Ich machte mir in den Monaten darauf sehr viele Gedanken, wie ich denn diese Kilos - und ich kann bis heute nicht sagen, wie viele das eigentlich waren, da ich mich bis dahin nie regelmäßig gewogen habe - wieder los werde. Also griff ich nach jedem Strohhalm, probierte jede Diät, alles was das Netz so hergab …

Ich nahm tatsächlich ab und kam dann nach und nach wieder zu meiner früheren Figur zurück, auch darüber hinaus. Ich hatte Gefallen daran gefunden, wie sich mein Körper entwickelt - ich lernte mich auf einmal zu lieben. Meine Bauchmuskeln kamen zum Vorschein, meine Schultern formten sich toll und ich war/bin quasi süchtig danach geworden …

Doch umso mehr ich mich in den letzten Jahren mit diesem Thema auseinandergesetzt habe - Schulungen, Ausbildungen, Scheine usw. -, umso mehr wurde mir bewusst, wie wenig Ahnung ich vorher eigentlich über dieses lebenswichtige Thema hatte. Woher denn auch? Gibt es ein Schulfach mit dem Thema Ernährung? Lernen wir in der Schule „Was sind eigentlich Kohlenhydrate und sind die wirklich böse??“ Nein, lernen wir nicht. Mit Essen beschäftigen wir uns am Tag mindestens 3 x und haben eigentlich keine oder wenig Ahnung darüber.
Ich geb dir ein Beispiel: Kuhmilch (3,5 % Fett). Enthält diese am meisten Fett, Kohlenhydrate oder Eiweiß? Wer die Antwort auf Anhieb kennt, kennt sich auf jeden Fall schon viel besser aus mit dem Thema Ernährung als viele andere.

Also befasste ich mich immer mehr damit und lernte auch endlich einen richtigen Bezug zu meinem Essen. Denn ab diesem besagten Tag X hatte ich beim Essen Angst, am nächsten Tag gleich 5 Kilo mehr auf der Waage stehen zu haben.

Wie euch bekannt ist, sind einige Jahre vergangen und ich biete mittlerweile Ernährungsberatungen und Personaltraining an.

Aber zurück zum Thema „Essstörungen“. Nur weil jemand zu dünn oder zu dick ist, hat er noch lange keine Essstörung. Eine Essstörung hat erst jemand, der Angst vor dem Essen hat oder isst, auch wenn er keinen Hunger hat. Und da ich viele Kunden betreue und somit auch viel Einblick in den Alltag verschiedenster Menschen habe, sehe ich bei jedem Kunden, der zu mir kommt, das definitiv ein gewisses gestörtes Verhältnis zum Essen vorhanden ist.

Warum ist das so?

Weil wir jahrelang unendlich viel Geld für Shakes, Diäten, Bücher und Zeitschriften über dieses Thema ausgeben und Social Media das mittlerweile nicht einfacher macht. Hier kann mittlerweile jeder alles verkaufen. Der Optiker verkauft Lippenstifte, und hat keine Ahnung, aus was diese bestehen usw. – also, ihr wisst, was ich meine.

Man hat in den sozialen Medien viel Einfluss auf sein Umfeld und seine Community. Wenn ich also sage: „Spinat ist fettreich“ (übertriebenes Beispiel), hinterfragen das die wenigsten. Was machen wir, wenn wir so eine Aussage hören? Wir merken uns nur: der Spinat hat viel Fett, den esse ich nicht mehr. Und somit hast du einen falschen Bezug zu Spinat bekommen.

Mein Ziel ist es, euch beizubringen, was das eigentlich alles ist, was ihr esst. Was sind Kohlenhydrate und sind die wirklich schlecht? Welche Aufgabe hat Eiweiß und wieviel benötige ich davon? Wenn ich vegetarisch oder vegan leben möchte, wie mache ich das richtig? Wieviel Fleisch benötige ich denn eigentlich?
Also im Großen und Ganzen: Wie esse ich ausgewogen und gesund?


Natürlich passt man die Kalorien an, ob zunehmen, Gewicht halten oder abnehmen, aber ich bringe euch nicht nur das Abnehmen etc. bei, sondern - wie sage ich immer so schön:

FOKUS Nr. 1: Ausgewogen und gesund – gib deinem Körper endlich alles, was er benötigt!!
FOKUS Nr. 2: Abnehmen, zunehmen usw.

Und ganz wichtig: Verliere nie den Bezug zu deinem Essen. Sobald du ständig ein schlechtes Gewissen nach jedem Bissen hast, ob dicker oder dünner, dann hast du ein gestörtes Verhältnis zum Essen. Ich appelliere an dich: lass dir helfen! Ich kann dir zeigen, wie du gesund und ausgewogen – auch wenn es manchmal länger dauert – zu deinem Ziel kommst.

Zeige nie mit dem Finger auf einen dünnen oder dickeren Menschen, zeige überhaupt niemals mit den Finger auf einen Menschen, denn wenn du die Geschichte dahinter wüsstest, würdest du diese Person nur noch in den Arm nehmen wollen, statt mit dem Finger auf sie zu zeigen.

Fazit

Hast du einen falschen Bezug zu Essen, hast du ein gestörtes Essverhalten. Lass dir dabei helfen.

Du bist nicht schwach, wenn du isst, du bist nicht schwach, wenn du nicht isst. Du bist du und sobald du eine gesunde Beziehung zu dir und zu deinem Essen gefunden hast, fühlst du dich auch wieder gut.

Du hast nur ein einziges Leben und das sollen weder andere bestimmen, sowie beurteilen können, noch sollst du dich 30 - 40 Jahre - und ja, solche Kunden habe ich - immer wieder mit Diäten beschäftigen müssen. Sei einmal ehrlich zu dir: Wie oft hast du schon abgenommen und danach wieder zugenommen oder auch andersherum?

Ich würde mich sehr über ein Feedback eurerseits freuen, wie ihr zu diesem Thema steht.

Melde dich gerne bei uns. 

Lisa

 

Bist du auch von einer Essstörung betroffen oder hast du ein ungesundes Verhältnis zum Thema Essen? Dann vereinbare gerne einen Termin: 

 

Hier Termin bei Lisa anfragen