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Die Tricks der Lebensmittelindustrie – So werden wir beeinflusst

Um Produkte möglichst attraktiv zu machen, greifen Hersteller zu einer ganzen Reihe cleverer Strategien. Viele Verbraucher merken gar nicht, wie stark sie beim Einkaufen beeinflusst werden.

1. Verpackungstricks

  • Farbenpsychologie: Grün signalisiert „gesund“ und „natürlich“, Rot wirkt appetitanregend, Gelb und Orange vermitteln Energie.
  • Portionsabbildungen: Auf der Packung prangt ein üppiger Obstsalat, im Produkt selbst sind nur wenige Fruchtstückchen.
  • Größenillusion: Verpackungen werden höher oder breiter gestaltet, um mehr Inhalt vorzutäuschen, obwohl die Füllmenge gleichbleibt.

2. Irreführende Begriffe

  • „Light“ oder „fettarm“: Bedeutet oft zwar weniger Fett, dennoch solltest du darauf achten wie viel weniger. Bei z.B. Bratwürsten light ist es weniger, dennoch noch nicht gut.
  • „Zuckerfrei“: Heißt meist nur „kein Haushaltszucker“ – andere Süßungsmittel können trotzdem enthalten sein.
  • „Natürlich“: Ist rechtlich nicht streng definiert. Auch Produkte mit Aromen oder Zusatzstoffen können so bezeichnet werden.

3. Zuckertricks

  • Viele Namen für Zucker: Glukosesirup, Maltodextrin, Fruktose, Saccharose, Honig, Agavendicksaft, so wirkt es, als sei nur wenig Zucker enthalten, weil er mehrfach unter verschiedenen Bezeichnungen in der Zutatenliste auftaucht.
  • Zucker an zweiter Stelle vermeiden: Durch Aufsplittung in mehrere Zuckerarten kann der Hauptbestandteil verschleiert werden.

4. Zusatzstoffe mit Image

  • „Mit Vitaminen angereichert“: Klingt gesund, wird aber oft bei stark verarbeiteten Snacks eingesetzt, um den ungesunden Gesamteindruck zu kaschieren.
  • Aromen statt echter Zutaten: Erdbeerjoghurt schmeckt nach Erdbeeren – obwohl kaum echte Früchte enthalten sind.

5. Psychologie im Supermarkt

  • Platzierung: Markenhersteller zahlen dafür, auf Augenhöhe platziert zu werden. Billigere Alternativen stehen oft ganz unten oder ganz oben.
  • Duftmarketing: Frisch gebackenes Brot am Eingang soll Appetit anregen.
  • Angebotsschilder: „Nur heute“ oder „2 für 1“ erzeugen künstlichen Kaufdruck.

6. Portionsgrößen manipulieren

  • Mini-Verpackungen: Lassen den Kaloriengehalt pro Packung harmlos wirken, obwohl die Menge pro 100 g sehr hoch ist.
  • Unrealistische Portionsangaben: Eine Tafel Schokolade wird in „5 Portionen“ gerechnet, um den Zucker- und Kalorienwert pro Portion klein erscheinen zu lassen.