Zum Hauptinhalt springen

Hashimoto und Schilddrüsenerkrankungen und das ewige Hungern der Menschheit

Müdigkeit, Gewichtsschwankungen, Konzentrationsprobleme oder innere Unruhe – hinter vielen Beschwerden kann die Schilddrüse stecken. Deshalb schauen wir uns heute ihre Aufgaben, wichtige Blutwerte, mögliche Erkrankungen und den Einfluss der Ernährung genauer an.

Beim Thema Schilddrüse ist es mir vor allem wichtig, es allen meiner Kunden, Follower, Freunde und Bekannten als Laien verständlich und nachvollziehbar zu erklären. 

Dieser Beitrag ist kein Ersatz für eine medizinische Behandlung und nicht ansatzweise ALLES über das Thema Schilddrüse und Hashimoto. Aber da ich im medizinischen Bereich gearbeitet habe, habe ich viel darüber gelernt und bilde mich stetig weiter fort, um mir für mich und auch für euch mehr Wissen anzueignen.

Das Fassmodell

Ich fange heute an mit einer großartigen Beschreibung des menschlichen Mechanismus. Wir stellen uns vor, unser Körper wäre ein Fass.
Dieses Fass war einmal leer und wurde mit jeder Krankheit (Pfeiffersches Drüsenfieber, Corona, usw.) stetig befüllt.

Dazu kommen:

  • ungesunder Lebensstil (Alkohol, Rauchen)
  • schlechte Ernährung
  • Unterernährung durch ständige Diäten und Crash-Kuren
  • zu wenig trinken und das über Jahre
  • wenig oder keine Bewegung
  • Tabletteneinnahmen auf Dauer (Pille, Ibu, usw.)
  • psychische Probleme
  • Stress
  • Schlafmangel
  • Pilze (Schimmel in der Wand zum Beispiel)

und vieles mehr.

Irgendwann kommt Tag X, an dem das Fass überläuft. Der Körper zeigt uns dann oft deutlich, dass ihm bestimmte Belastungen über längere Zeit zu viel geworden sind. Das bedeutet nicht automatisch, dass dadurch die Autoimmunerkrankung Hashimoto entsteht. Die Ursachen sind deutlich komplexer. Das Fassmodell soll lediglich verdeutlichen, dass viele kleine Belastungen zusammen eine Rolle spielen können. Und was machen wir? Wir schieben es auf das, was wir als Letztes „Schlechtes“ gemacht haben.

Dann versucht der Mensch genau diese eine Sache zu ändern. Zum Beispiel: „Jetzt trinke ich einmal keinen Alkohol mehr“. Dass dies aber nur einer von so vielen Faktoren ist, die eine Rolle spielen, darüber denken wir nicht wirklich nach. Über Jahre hat man das Fass mit schlechten Dingen befüllt und dann wird dieses mit einer Umstellung nicht automatisch gleich wieder leer. Das sind ganz viele Prozesse und Änderungen, die man dann vornehmen sollte und das kann man auch nicht von heute auf morgen schaffen. Vielen von uns ist zumindest in groben Zügen bewusst, was unserer Gesundheit guttut und was ihr schaden kann. Und eine Ernährungsumstellung sowie Bewegung führt definitiv dazu, dass dieses Fass wieder leerer wird, aber das ist nicht immer alles. Deswegen sollten wir allgemein unseren Lebensstil hinterfragen. Was tun wir Gutes für uns? Was tun wir Schlechtes?

Ich werde hauptsächlich wegen des Wunsches nach Gewichtsabnahme in Verbindung mit Ernährung kontaktiert. Aber mir persönlich ist am WICHTIGSTEN, dass ihr lernt, euch gesund und ausgewogen zu ernähren und eurem Körper endlich die Energie gebt, die er wirklich benötigt. Und erst dann, wenn ihr das gelernt habt, gibt euch euer Körper auch Gutes zurück.

Was bringt es dir, wenn du in 2 Wochen 3 kg verlierst (davon nur Wasser und/oder Muskelmasse) und diese danach doppelt wieder draufbekommst? Wie oft müssen wir noch aus Crash-Diäten lernen, bis wir verstehen, dass sie auf Dauer nichts bringen? Wie lange wollen wir unseren Körper noch so schinden und ihm so viel Energie nehmen, wenn er diese eigentlich in der heutigen Zeit (Arbeit, Extremsport, Kinder, Stress, usw.) noch viel mehr benötigt?

Ich sage immer wieder gerne, wir haben nur ein Leben und davon verschwenden wir so viel Zeit mit Hungern anstatt mit dem Erlernen eines richtigen Umgangs mit Ernährung.

In diesem Sinne starte ich hiermit eine hoffentlich für euch wissenswerte und hilfreiche Inforeihe über Hashimoto und andere Schilddrüsenerkrankungen sowie das HUNGERN der Menschheit.

Daten und Fakten über das Thema Schilddrüse

Mögliche Symptome einer Schilddrüsenerkrankung

Wichtig vorab zu wissen ist, eine Schilddrüsenerkrankung, vor allem Hashimoto oder Basedow hat so viele unterschiedliche Symptome. Da Schilddrüsenhormone nahezu alle Körperzellen beeinflussen, können die Beschwerden sehr vielfältig und unspezifisch sein – sogar Fußschmerzen können ein Symptom sein. Leider gibt unser Krankenkassensystem dem Arzt mittlerweile nur noch ca. 5 Minuten pro Patienten und dann fragen sich alle, wie man da noch einen Patienten auf den Kopf stellen soll. Deshalb ist es mittlerweile wichtig, sich selbst mit seinem Körper auseinander zu setzen und sich auch über viele Dinge vorher schon zu informieren. ABER nicht nur Dr. Google fragen, sondern sich wirklich ernsthaft auch auf medizinischer Seite erkundigen.

Typische Symptome einer Schilddrüsenerkrankung wären:

  • Kloß-, Druck-, Engegefühl im Hals
  • Räusperzwang
  • Tastbarer Knoten am Hals
  • Schluck- und Atemstörung
  • Sichtbare Wölbung am Hals

Typische Symptome bei einer Hyperthyreose (Schilddrüsenüberfunktion):

  • Herzrasen
  • Gereiztheit
  • Zittern
  • Durchfälle
  • Gewichtsverlust

Typische Symptome bei einer Hypothyreose (Schilddrüsenunterfunktion):

  • Müdigkeit
  • Abgeschlagenheit
  • Depression
  • Verstopfung
  • Gewichtszunahme

 

Was sind denn eigentlich die Aufgaben der Schilddrüse?

  • Sie ist eine Hormondrüse – sogar die Größte unseres Körpers.
  • Sie ist eine Energiezentrale und kann die Organe aktivieren und auch hemmen.
  • Sie produziert die Schilddrüsenhormone Trijodthyronin (T3) und Thyroxin (T4, Tetrajodthyronin).

Und was beeinflussen diese Hormone in ihrer freien Form (fT3, fT4)?

  • geistige Leistungsfähigkeit
  • Seelisches Wohlbefinden
  • Energieverbrauch einschließlich Regulierung der Körperwärme
  • Bei Kindern: Geistige Entwicklung
  • Bei Kindern: Körperliches Wachstum
  • Und auch die Aktivität von:
    • Herz
    • Kreislauf
    • Muskeln
    • Magen
    • Darm
    • Fettgewebe
    • Haut
    • Sexualfunktionen

 

Bild Was beeinflussen Schilddrüsenhormone in ihrer freien Form.png

 

Wie kann man die Schilddrüse denn untersuchen?

  • Über ein Blutbild (Laborwerte: TSH, fT3, fT4, MAK, TRAK)
  • Über eine Ultraschalluntersuchung
  • Über eine Schilddrüsenszintigraphie (Dies wird aber eher bei Knoten gemacht oder wenn der Arzt noch weiter ins Detail gehen möchte)

Doch Achtung!

Die Diagnostik von Schilddrüsenerkrankungen kann manchmal herausfordernd sein. Insbesondere bei Autoimmunerkrankungen wie Hashimoto-Thyreoiditis können Beschwerden und Laborwerte im Verlauf schwanken.

Während einer aktiven Entzündungsphase oder bei deutlichen hormonellen Veränderungen zeigen sich Auffälligkeiten häufig klarer. In anderen Phasen können Beschwerden bestehen, obwohl die Untersuchungsbefunde weniger eindeutig ausfallen. Deshalb kann es vorkommen, dass Betroffene trotz anhaltender Symptome zunächst keine klare Diagnose erhalten.

In meiner Praxis erlebe ich immer wieder folgende Situation: Ein Patient oder eine Patientin leidet unter Beschwerden, die auf eine Schilddrüsenerkrankung hindeuten könnten. Eine weiterführende Diagnostik erfolgt jedoch nicht sofort oder ein Termin beim Endokrinologen ist erst nach mehreren Monaten verfügbar. Bis dahin können sich Beschwerden und Befunde verändert haben, was die Diagnosestellung zusätzlich erschweren kann.

Daher kann es sinnvoll sein, bereits im Vorfeld einen Selbsttest durchzuführen. Dieser ersetzt keine ärztliche Untersuchung, kann aber helfen, Beschwerden besser einzuordnen und gezielt mit dem Arzt oder der Ärztin zu besprechen. Den Test könnt ihr gerne im Rahmen einer Ernährungsberatung auch über mich beziehen.

Auf meiner Webseite kannst du dir einen Überblick verschaffen über die Cerascreen-Selbsttests, zum Beispiel: 
Hashimoto Test – Hinweis auf Schilddrüsenunterfunktion oder Schilddrüsen Test – fT3-, fT4- und TSH-Wert messen

Was kannst du kostengünstig selbst noch tun?

Die Körpertemperatur messen

Hier misst du an drei aufeinanderfolgenden Tagen viermal am Tag deine Mundtemperatur:

  • direkt morgens vor dem Aufstehen,
  • gegen 11 Uhr, 
  • gegen 16 Uhr und 
  • abends vor dem Einschlafen.

Wann messen? Frauen im gebärfähigen Alter messen am besten in den ersten drei Tagen ihrer Menstruation, da die Temperatur danach hormonell bedingt steigt. Für Männer sowie Frauen nach den Wechseljahren ist der Zeitpunkt im Monat egal.

Die Orientierungswerte dazu: Die menschliche Temperatur schwankt über den Tag. Morgens nach dem Aufstehen liegt sie idealerweise bei ca. 36,4 °C bis 36,9 °C. Am Nachmittag steigt sie natürlicherweise an und erreicht ihren Höchstwert.

Werte im unteren Bereich: Liegen deine Werte tagsüber konstant unter 36,4 °C oder weichen stark nach unten ab, kann das ein Hinweis auf einen verlangsamten Stoffwechsel oder eine Schilddrüsenunterfunktion sein (wie sie z. B. bei einer Hypothyreose oder Hashimoto-Thyreoiditis vorkommt). Typische Anzeichen dafür sind, dass Betroffene schnell frieren, unter einer verlangsamten Verdauung oder Haarausfall leiden und sich oft schlapp fühlen.

Werte im oberen Bereich: Liegen die Werte (besonders morgens) deutlich höher und dauerhaft über 37 °C, kann dies mit einer Überfunktion der Schilddrüse (wie dem Morbus Basedow) zusammenhängen.

Stark schwankende Werte: Wenn deine Werte über die drei Tage hinweg wild hin und her springen – also mal 35,8 °C und mal 36,8 °C anzeigen –, kann das ein Indikator für eine Überlastung der Nebennieren sein. Diese sind unter anderem für die Produktion unseres Stresshormons Cortisol zuständig.

Wichtig: Diese Messung dient als erster Wegweiser für deine Schilddrüse. Sie ersetzt keine ärztliche Diagnose. Solltest du auffällige Werte bei dir beobachten, besprich dies bitte mit deinem Arzt, um deine Schilddrüsen- und Hormonwerte im Blut überprüfen zu lassen.

Gerne kannst du vorab im Rahmen einer Ernährungsberatung über mich einen Cortisol-Test bestellen:
Cortisol-Test – Cortisolspiegel Zuhause messen | cerascreen

 

Bild Untersuchungsmöglichkeiten der Schilddrüse.png

Nun betrachten wir die einzelnen Laborwerte noch einmal genauer:

TSH (Thyreotropin)

Dies ist der bekannteste und auch kostengünstigste Wert.
ABER dieser wird nicht von der Schilddrüse produziert, sondern von der Hirnanhangsdrüse.
Dieses Hormon ist tatsächlich dafür zuständig, die Schilddrüse daran zu erinnern zu arbeiten und damit die Schilddrüsenhormone T4 und T3 zu bilden.
Jedoch ist dieser Wert leicht beeinflussbar durch zum Beispiel Schlafmangel, bestimmte Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel, sowie Stress - und wer hat heutzutage keinen Stress? Dennoch ist der TSH-Wert ein wichtiger Laborwert, um die Funktion der Schilddrüse einzuschätzen.

Was bedeuten erhöhte TSH-Werte?

Erhöhte TSH-Werte beruhen darauf, dass die Hypophyse (Hirnanhangsdrüse) vermehrt TSH freisetzt, da die Schilddrüse nicht genügend Hormone bilden kann – in diesem Fall handelt es sich um eine Schilddrüsenunterfunktion (Ja, zu viel TSH ist eine Unterfunktion).
Diese kann durch mehrere Faktoren bedingt sein.

Stell dir daher folgende Fragen:

  • Nimmst du Medikamente wie Thyreostatika (Ein Thyreostatikum ist ein Medikament, das die Sekretion und/oder die Synthese von Schilddrüsenhormonen hemmt) oder Zytokine (Zytokine sind Peptide/Proteine von etwa 100 – 200 Aminosäuren, die von fast allen kernhaltigen Körperzellen – einschließlich Zellen des Immunsystems – sezerniert werden) ein, die bei einer Schilddrüsenüberfunktion oder Morbus Basedow eingesetzt werden?
  • Wurdest du an der Schilddrüse operiert?
  • Hattest du eine Radiojodtherapie, die bei Schilddrüsenerkrankungen durchgeführt werden?
  • Ernährst du dich jod- und/oder selenarm? Oder hast du diese Nährstoffe schon einmal prüfen lassen?
    (wenn nein, entweder bei deinem Arzt gerne einmal prüfen lassen oder über mich folgendes bestellen lassen)
  • Ist dein Gewicht und BMI über den jeweiligen Empfehlungen?

Es werden auch gelegentlich bei bestehenden Erkrankungen erhöhte TSH-Werte beobachtet:

  • Depressionen
  • Diabetes mellitus Typ 1
  • Zöliakie
  • Morbus Addison
  • Niereninsuffizienz

Info: Wenn du an keinen Beschwerden leidest, aber deine TSH-Werte erhöht sind, solltest du diese innerhalb von vier bis acht Wochen erneut prüfen lassen. Ebenfalls können Störungen in der Hypophyse dazu beitragen, dass vermehrt TSH gebildet wird (sekundäre Schilddrüsenüberfunktion). In solchen Fällen sollte dies bei einem Schilddrüsenspezialisten nochmal genauer abgeklärt werden.

Was bedeuten erniedrigte TSH-Werte?

Häufig sind niedrige TSH-Werte auf Probleme in der Hypophyse zurückzuführen. Diese bildet bei Beeinträchtigungen weniger TSH, weswegen die Schilddrüse weniger Hormone produzieren kann.

 

Bild TSH

Durch die Messung der Schilddrüsenhormone T4 und T3 kann Aufschluss darüber gewonnen werden, ob es sich um eine primäre oder sekundäre Schilddrüsenerkrankung handelt. Bei bestimmten Erkrankungen, wie einer zentralen Schilddrüsenunterfunktion oder-überfunktion macht es Sinn, weitere Parameter zu messen.

Freies T3 ist die ungebundene Form des Hormons Trijodthyronin (T3), welches aus T4 gebildet wird. Es handelt sich hierbei um das biologisch wirksamste Schilddrüsenhormon.

Freies T4 ist die ungebundene Form des Hormons Thyroxin (T4), welches in der Schilddrüse gebildet wird.

Thyroxin, kurz T4, wird gebildet, sobald die Konzentration von T4 im Blut sinkt. Daraufhin setzt die Hypophyse TSH frei: Die Schilddrüse leitet die T4-Produktion ein. Das T4 wird in die biologisch wirksame Form Trijodthyronin, T3, umgewandelt. Schilddrüsenhormone regen in der Kindheit das Wachstum an, steuern den Blutzucker und Fettstoffwechsel, regulieren die Herzfrequenz und steigern den Energieumsatz. Die freien Formen, freies T4 und freies T3 sind die biologisch aktiven Hormone, die direkt ihre Wirkung im Organismus entfalten.

Wenn TSH erniedrigt ist, aber fT4 und fT3 stark erhöht sind, liegt eine primäre Schilddrüsenüberfunktion vor - das heißt, dass die Schilddrüse eigenständig hohe Mengen an Schilddrüsenhormonen bildet. Im Falle, dass alle drei Parameter erhöht sind, könnte es sich um eine sekundäre Schilddrüsenunterfunktion handeln. In beiden Fällen können Beeinträchtigungen der Hypophyse eine mögliche Ursache darstellen.

 

Bild freies T4

Bild freies T3

Im Normalfall bildet das Immunsystem spezielle Eiweiße (Antikörper), um Fremdkörper im Organismus auszuschalten. Bei Hashimoto-Thyreoiditis handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung, bei der sich das Immunsystem gegen die Schilddrüse richtet. Es bildet Antikörper, die das Enzym Thyreoperoxidase (TPO) und das Protein Thyreoglobulin angreifen und die in ihren Funktionen eindämmen. TPO und Thyreoglobulin werden in der Schilddrüse gebildet. Sie spielen eine wichtige Rolle in der Bildung der Schilddrüsenhormone.

Thyreoperoxidase-Antikörper (TPO-AK) sind bei Autoimmunerkrankungen, die die Schilddrüse betreffen, erhöht.

Thyreoperoxidase ist ein Enzym in der Schilddrüse, welches nach Aktivierung durch das Hormon TSH die Bildung der Schilddrüsenhormone T4 und T3 in Gang setzt. Liegt eine Hashimoto-Thyreoiditis vor, bildet das Immunsystem Antikörper gegen dieses Enzym. Daraufhin wird es in seiner Funktion gehemmt: Die Bildung von Schilddrüsenhormonen kann abnehmen, womit eine Unterfunktion des Organs einhergehen kann.

Erhöhte Thyreoperoxidase-Antikörper (TPO-AK) können auf eine typische Form von Hashimoto-Thyreoiditis hindeuten. 

 

Bild TPO-AK

Antikörper gegen Thyreoglobulin (TAK) werden ebenfalls bei Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse vermehrt gebildet. Wenn diese erhöht sind, kann dies auf eine andere Form von Hashimoto-Thyreoiditis hindeuten.

Das Protein Thyreoglobulin ermöglicht ebenfalls die Bildung der Schilddrüsenhormone T4 und T3, indem es an deren Ausgangsstoffen das Spurenelement Jod bindet. Im Falle einer Hashimoto-Thyreoiditis können Antikörper gebildet werden, die die Funktion von Thyreoglobulin einschränken. Infolgedessen kann das Protein die Bildung der Hormone nicht weiterhin gewährleisten, wodurch sich die Schilddrüse auf eine Unterfunktion einstellen muss.

 

Bild TAK

Lasse dich beim Thema Schilddrüse nicht ausschließlich von einzelnen Laborwerten leiten. Für eine fundierte Beurteilung sollten sowohl die Beschwerden als auch die Laborwerte gemeinsam betrachtet werden. In manchen Fällen können trotz unauffälliger Standardwerte weitere Untersuchungen sinnvoll sein. Auch Beobachtungen wie das persönliche Temperaturempfinden oder die Körpertemperatur können ergänzende Hinweise liefern, ersetzen jedoch keine medizinische Diagnostik.

Blutwerte einer Schilddrüsenuntersuchung sind wirklich schwer zu verstehen – oder auch nicht?

Häufig kommt die Frage: Wie war das nochmal mit Unter- oder Überfunktion?
Hier verschaffe ich euch einmal einen Überblick, auf was die Messergebnisse deuten können.
Auf der obigen Darstellung habe ich euch Möglichkeiten zusammengefasst, welche Bedeutung die gemessenen Laborwerte haben können. Aber auch wenn die Laborwerte nicht im Normbereich sind, handelt es sich nicht ausdrücklich um eine feste Diagnose. Daher ist es immer wichtig, auch Symptome und körperliche Verfassung zu betrachten.

 

Bild Worauf können die Schilddrüsenwerte hindeuten

Da fT3 aus fT4 gebildet wird, wirken sich Störungen in der fT4-Produktion direkt auf den fT3-Spiegel aus. Eine Wechselwirkung besteht nicht. Daher werden fT3 und fT4 oft auch zusammen betrachtet.

Bei einem Verdacht auf eine Schilddrüsenerkrankung wird empfohlen, auch noch weitere Tests zu machen.

  • Jodmangeltest: Der Mineralstoff Jod ist unerlässlich für die Bildung von Schilddrüsenhormonen. Die Jodversorgung hat sich in Deutschland in den letzten Jahrzehnten verbessert. Dennoch nehmen viele Menschen nicht immer ausreichend Jod über die Ernährung auf. Während Jodmangel eine Schilddrüsenunterfunktion bedingen kann, geht eine -überfunktion möglicherweise mit einem Jodüberschuss einher.
  • Zink- und Selentest (Mineralstofftest): Zink und Selen regen unter anderem die Bildung der Schilddrüsenhormone an und stärken ihre Aktivität.
  • Eisen und Ferritin (Eisenspeicher): ist vor allem bei Hashimoto sehr wichtig, aber auch bei sehr vielen Frauen durch ihre Regelblutung oft zu niedrig.
  • Vitamin D-Spiegel: Viele Menschen in Deutschland haben besonders in den Wintermonaten niedrige Vitamin-D-Werte. Ob tatsächlich ein Mangel vorliegt, kann durch eine Blutuntersuchung festgestellt werden. Daher empfehle ich persönlich immer zwei Tests pro Jahr. Einmal im Frühjahr, hier siehst du, mit welchem Wert du in den Sommer startest und eventuell sogar ohne Tabletten/Tropfen den Sommer überleben kannst. Und im Herbst, damit du weißt, ob und wieviel du über den Winter Vitamin D einnehmen solltest.
  • Cortisol-Test: Zusätzlich sollte bei Verdacht einer Hormonstörung nicht nur die Schilddrüse untersucht werden. Es gibt weitere wichtige Hormonorgane, wie zum Beispiel die Nebennieren. Diese stellen das Stresshormon Cortisol her und wenn dieses erhöht ist, kann dies wiederum auch die Schilddrüse stark beeinflussen.

Wissenschaftliche Studien konnten zeigen, dass Menschen mit Hashimoto häufig einen niedrigen Vitamin D- oder Selen-Spiegel aufweisen. Die Gabe von Vitamin D oder Selen konnte nur in einigen Fällen zu einer Besserung führen.

All diese Tests könnt ihr bei eurem Hausarzt oder Endokrinologen anfragen. Zusätzlich habt ihr auch die Möglichkeit, diese über mich im Rahmen einer Ernährungsberatung für Zuhause zu bestellen. Vereinbart hier gerne einen Termin mit mir.

Hier findest du einen Überblick über die Selbsttests von Cerascreen.

 

 

Bild Zusätzlich wichtige Untersuchungen bei Verdacht auf Schilddrüsenerkrankung

 

Und hier kommen mehrere bildliche Darstellungen zum Thema Schilddrüse und Hashimoto.
    

Bild warum ist Schilddrüsenerkrankung eine Volkskrankheit

Bild Alltagstipps gesunde Schilddrüse

Bild Ernährungstipps für eine gesunde Schilddrüse

Bild Kurz und knapp Was ist Hashimoto

Bild Was kann man bei Hashimoto machen

 

Hat dir der Beitrag gefallen oder eventuell auch geholfen? Dann lass es mich sehr gerne wissen - über meinen Instagram-Account oder per Nachricht.


Quellen:

  1. Pschyrembel Online. Medizinisches Wörterbuch. Walter de Gruyter GmbH. Verfügbar unter: https://www.pschyrembel.de (abgerufen am 15.07.2026) 
  2. Cerascreen GmbH. Informationen zu Schilddrüsenwerten, Hashimoto-Thyreoiditis und Schilddrüsendiagnostik. Verfügbar unter: https://www.cerascreen.de (abgerufen am 15.07.2026) 
  3. Faller A., Schünke M. Der Mensch – Anatomie und Physiologie. Thieme Verlag, Stuttgart
  4. Medumio Akademie. Fachinformationen zu Schilddrüse und Hashimoto-Thyreoiditis. Verfügbar unter: https://www.medumio.de (abgerufen am 15.07.2026) 
  5. DGE. Jod – Häufig gestellte Fragen. Stand: 15.07.2026. 
  6. Ajjan RA et al. Hashimoto's Thyroiditis: Clinical and Diagnostic Criteria. PMC10159725. Stand: 15.07.2026
  7. Medizinische Fachinformationen zur Temperaturregulation: DocCheck Flexikon, https://flexikon.doccheck.com/de/Körpertemperatur,
    Stand: 19. Juli 2026
  8. Wissenschaftlicher Hintergrund zur tageszeitlichen Temperaturschwankung: Cosinuss Vitalparameter-Magazin, https://www.cosinuss.com/de/messdaten/vitalparameter/koerpertemperatur/, Stand: 19. Juli 2026
  9. Hintergründe zur Temperaturmethode nach Dr. Broda Barnes bei Schilddrüsenverdacht: Mojo Institut für funktionelle Medizin, https://mojo-institut.de/wissen/diagnosen/hashimoto/forschungsupdate/schilddruesentests-fuer-zuhause-die-klassischen-methoden, Stand: 19. Juli 2026
  10. Fachliche Einordnung der normalen Aufwachtemperatur: Naturheilpraxis Sonnenberger, https://praxis-sonnenberger.de/2019/10/01/test-der-schilddruesenunterfunktion-mittels-temperatur/, Stand: 19. Juli 2026
  11. Detaillierte Auswertung der Barnes-Werte: Hannah Hauser – Schilddrüsenwissen & Ganzheitliche Gesundheit, https://hannahhauser.de/blog/schilddruesenwissen/schilddruesenunterfunktion-symptome-test/, Stand: 19. Juli 2026
  12. Verzehr von Paranüssen, Bundesamt für Strahlenschutz, BfS - Natürliche Radionuklide in Paranuessen - Paranüsse: Snack mit natürlicher Radioaktivität, Stand: 19. Juli 2026