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Wird reifes Obst zur Zuckerbombe – oder steckt mehr dahinter?

Grüne Bananen eingekauft? Macht nichts - in ein paar Tagen sind sie reif und schmecken wunderbar süß. Aber warum ist das so und sollte Obst überhaupt auf deinem Speiseplan stehen?

Die Antwort lautet ja, je reifer Obst wird, desto höher wird sein Zuckergehalt. Das liegt daran, dass sich die Stärke (ein Mehrfachzucker) im Obst während des Reifungsprozesses in Einfachzucker und Zweifachzucker umwandelt – also in Glukose, Fruktose und Saccharose. Diese Zuckerarten sind süßer und für unseren Geschmackssinn stärker wahrnehmbar. Das ist auch der Grund, weshalb reife Früchte wesentlich intensiver schmecken, als in unreifer Form. 

Mehr Infos zu Einfach-, Zweifach- und Mehrfachzucker findest du im Blogbeitrag Kohlenhydrate - was ist das? 

Was passiert beim Reifen genau?

  • In vielen Früchten ist im unreifen Zustand viel Stärke enthalten. Stärke schmeckt nicht süß.
  • Während der Reifung werden Enzyme aktiv, die die Stärke in Zucker abbauen.
  • Dadurch steigt der Zuckergehalt – und das Obst schmeckt süßer und aromatischer.
  • Außerdem verändert sich die Konsistenz: Die Frucht wird weicher und saftiger.

Was sollte man beachten?

  • Reifes Obst ist lecker – aber: Je reifer, desto mehr Zucker!
  • Für gesunde Menschen, die auf eine ausgewogene Ernährung achten, ist das kein Problem – aber Menschen mit Diabetes oder einem instabilen Blutzuckerspiegel sollten nicht zu viel sehr reifes Obst auf einmal essen.
  • Ideal ist eine bunte Mischung: mal knackig-frisch, mal reif.

Vielleicht fragst du dich jetzt: "Sollte ich Obst wegen des Zuckergehaltes lieber ganz weglassen?" - Nein, auf keinen Fall! 

Obst ist gesund!

Frisches Obst gilt als wesentlicher Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung. Es liefert viele Mineralstoffe, Vitamine und Enzyme, welche gegen Krebs wirken. Die meisten Obstsorten enthalten 80 bis 85 % Wasser und haben wenig Kalorien. Darüber hinaus liefert Obst Kohlenhydrate und Ballaststoffe, sowie sekundäre Pflanzenstoffe.

Der Kohlenhydratgehalt ist unterschiedlich. Einige Obstsorten haben einen höheren Kohlenhydratgehalt, wie z. B. Weintrauben und Bananen. Der Ballaststoffgehalt des Obstes ist ebenfalls von Bedeutung. Pektine, die besonders in saurem Obst und Kernobst enthalten sind, quellen im Darm und wirken "reinigend". Sie verhindern die Bildung von schädlichen Fäulnisbakterien im Darm, die unsere Darmflora aus dem Gleichgewicht bringen können.

Da Obst aber eben auch Zucker enthält, sollte man es in Maßen genießen. Die deutsche Gesellschaft für Ernährung gibt die Richtlinie 2:3 an. Das heißt 

zwei Teile Obst und drei Teile Gemüse pro Tag.
Bei Diabetikern sogar nur 1 Teil Obst und 4 Teile Gemüse.

Dabei gilt: 1 Teil ist eine Hand voll. 

Mein Fazit:

🢥 Obst sollte auf jeden Fall auf deinem Speiseplan stehen, jedoch nicht zu viel davon.

 

Mehr zu Kohlenhydraten (= Zucker) und wie Zucker im Körper verwertet wird im Blogeintrag "Kohlenhydrate - was ist das?"