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Der Säure-Basen-Haushalt regelt wichtige Körperfunktionen

Der Säure-Basen-Haushalt ist ein lebenswichtiger Regulationsmechanismus deines Körpers. Er regelt Stoffwechselvorgänge, Enzymaktivitäten und Zellfunktionen. Bereits ein geringes Ungleichgewicht kann schwerwiegende Folgen haben. 

Schauen wir uns zunächst einmal an, was hinter dem Säure-Basen-Haushalt steckt. 

Der Säure-Basen-Haushalt im Körper

Der normale pH-Wert in deinem Körper beträgt im …

•    … Blut: 7,35 – 7,45 
•    … Urin: 4,8 – 7,6

Der Körper produziert täglich Säuren, zum Beispiel durch:

  • Stoffwechselvorgänge (z. B. Milchsäure, Kohlensäure)
  • Eiweißabbau (Schwefelsäure, Phosphorsäure)
  • Ernährung (eiweißreiche, tierische Kost führt zu mehr Säurebildung)

Damit der pH-Wert stabil bleibt, muss dein Körper Säuren und Basen ständig ausgleichen.

Die Regulationsmechanismen deines Körpers

Dein Körper hat verschiedene Möglichkeiten, um dieses Gleichgewicht aufrechtzuerhalten:

  • Atmungssystem
    • Durch die Atmung wird CO₂ ausgeschieden.
    • Bei Übersäuerung wird die Atmung beschleunigt → mehr CO₂ wird abgeatmet.
    • Bei Basenüberschuss wird die Atmung verlangsamt → CO₂ steigt.

 

  • Nierenfunktion
    • Die Nieren regulieren den pH-Wert langfristig.
    • Sie scheiden überschüssige Säuren aus oder halten Basen zurück.
    • Dabei wird der Urin-pH-Wert angepasst, er spiegelt also den Zustand des Säure-Basen-Haushalts wider.

Störungen des Säure-Basen-Haushalts

Ein Ungleichgewicht im Säure-Basen-Haushalt führt zu einem abweichenden pH-Wert und gefährdet deine Gesundheit: 

Störung     Beschreibung     Ursachen     Folgen
Azidose     Übersäuerung des Körpers (pH < 7,35) Diabetes (Ketoazidose), Nierenversagen, Sauerstoffmangel, Durchfall Müdigkeit, Atemnot, Bewusstseinsstörungen
Alkalose     Überschuss an Basen (pH > 7,45) Erbrechen, Hyperventilation, übermäßiger Basenkonsum Muskelkrämpfe, Schwindel, Herzrhythmusstörungen

Um diese unerwünschten Folgen zu vermeiden, kannst du deinen pH-Wert selbst oder vom Arzt überprüfen lassen. 

Urintests zur Bestimmung des Säure-Basen-Haushalts

Der Urin ist ein wichtiger Indikator für den Zustand des Säure-Basen-Gleichgewichts, da die Niere aktiv an der Regulation beteiligt ist.

pH-Teststreifen

Prinzip: Farbskala zeigt pH-Wert an.
Anwendung: Urin auf Teststreifen auftragen → Farbe mit Skala vergleichen.

Aussage:

  • pH < 6,0 → saurer Urin
  • pH 6,0–7,0 → neutral
  • pH > 7,0 → basischer Urin

Bewertung:

  • Einmalige Messungen sind wenig aussagekräftig.
  • Mehrfache Messungen über den Tag verteilt zeigen Schwankungen und ermöglichen eine bessere Beurteilung.

24-Stunden-Urinanalyse

  • Genauer als Einzeltests
  • Der Urin wird über 24 Stunden gesammelt.

Laboruntersuchungen

In spezialisierten Laboren können auch andere Parameter bestimmt werden:

  • Bikarbonat, Ammonium, Phosphat
  • Diese Werte geben Aufschluss über die Nierenleistung und den pH- Zustand.

Einfluss der Ernährung auf den pH-Wert

Deine Ernährung hat großen Einfluss auf den Säure-Basen-Haushalt:

Lebensmittelgruppe                 Wirkung
Fleisch, Wurst, Käse, Getreide   säurebildend
Obst, Gemüse, Kräuter basenbildend
Kaffee, Alkohol, Zucker   säurebildend
Wasser, Kräutertee   neutral/basenfördernd

Mein Fazit: 

Ein ausgewogener Säure-Basen-Haushalt ist für deine Gesundheit wichtig. Um deinen Körper gezielt zu unterstützen, solltest du mehr basenbildende Lebensmittel wie Obst und Gemüse essen und säurebildende Lebensmittel wie Fleisch, Wurst, Käse und Getreideprodukte reduzieren. Auch Kaffee, Alkohol und Zucker solltest du reduzieren oder wenn du möchtest, auch ganz meiden. Trinke täglich mindestens 2 Liter! So hilfst du deinem Körper zusätzlich, Säuren auszuscheiden.